Tag 98. Anschuldigungen.

… auch Gambetti hatte ich mehr gesagt, als notwendig und bin dabei auch gleich wieder in Anschuldigungen gegenüber den Meinigen verfallen, ohne sie gleich wieder aufheben zu können, ich hatte mich gleich ihm gegenüber in Anschuldigungen hineingeredet auf meine unbeherrschte Art und Weise, die ich selbst am meisten hasse, die ich mir aber nicht unterbinden kann, wenn sie verlangen, gesagt zu werden, ich fahre in die Hölle zurück, hatte ich zu Gambetti gesagt, noch morgen früh um fünf, entsetzlich hatte ich auch noch gesagt zu ihm und dabei nicht bedacht, beziehungsweise nicht darauf Rücksicht genommen, dass diese Bemerkungen vollkommen überflüssig und im Grunde gemein und wenigstens unstatthaft gewesen sind, unerhört den Meinigen gegenüber in einem Augenblick, in welchem sie wenigstens meinen Respekt hatten verlangen können, aber ich kann mich niemals verleugnen, ich muss mich geben, wie ich bin, wie ich angelegt worden bin eben von diesen meinen Eltern, habe ich mir auf dem Weg über den Dorfplatz gedacht. Wenn die Leute mich sehen, werden sie denken, dieser Mensch ist immer schon merkwürdig gewesen, er geht zuerst und noch bevor er die Seinigen oben in Wolfsegg begrüßt hat, über den Dorfplatz, der Ungezogene, der Abtrünnige, der Ungeliebte.

Thomas Bernhard: Auslöschung

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s