Tag 146. Aufschieben.

Mitten im Krieg denkt man nur, wie er enden wird, und schiebt das Leben auf. Wenn viele das tun, entsteht in uns der leere Raum, in den der Krieg hineinströmt. Dass auch ich mich anfangs dem Gefühl überließ, jetzt lebte ich nur vorläufig, die wahre Wirklichkeit stünde mir noch bevor, dass ich das Leben vorbei gehen ließ – das tut mir mehr als alles andere leid.

Christa Wolf, Kassandra

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2 Kommentare zu „Tag 146. Aufschieben.

  1. Dieses Aufschieben schien mir bisher im Krieg weniger möglich. In unserem organisierten und häufig fremdbestimmten Alltag fällt es doch eigentlich viel leichter, alles aufzuschieben, weil alles ja scheinbar jederzeit möglich und damit nachholbar ist.

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  2. ich darf gar nicht recht mitreden, weil ich den krieg (jetzt im vergleich mit dem hier beschriebenen trojanischen – es gäbe ja vielerlei arten von kriegen, die zu beschreiben wären) so nicht kenne – aber anscheinend ist das meistens das schwerste: jetzt im augenblick zu leben. (und wer will schon im krieg leben?)

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