Tag 211. vergessen.

Wohin, wohin ist alles entschwunden? Wo ist es? O mein Gott, mein Gott, ich hab‘ alles vergessen! … […]

Ganz wirr ist mir im Kopf … Ich weiß nicht mehr, was das Fenster oder die Zimmerdecke auf italienisch heißt. Alles vergess‘ ich. Jeden Tag vergesse ich etwas. Das Leben entschwindet und kehrt niemals wieder. […]

Die Zeit entflieht so rasch, und es ist mir, als ob ich mich von dem wahren, wirklich schönen Leben immer mehr entferne – als ob ich in einen Abgrund versinke. Ich bin ganz verzweifelt – daß ich noch lebe, daß ich noch nicht Selbstmord begangen habe, ist mir unbegreiflich …

 

Anton Tschechow: Drei Schwestern, 3. Akt, 5. Auftritt, Irina (schluchzend).

 

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4 Kommentare zu „Tag 211. vergessen.

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