Tag 281. Abgetrenntsein.

Das Bewusstsein der menschlichen Getrenntheit ohne die Wiedervereinigung durch die Liebe ist die Quelle der Scham. Und es ist gleichzeitig die Quelle von Schuldgefühl und Angst.

Das tiefste Bedürfnis des Menschen ist demnach, seine Abgetrenntheit zu überwinden und aus dem Gefängnis seiner Einsamkeit herauszukommen. Ein absolutes Scheitern bei diesem Versuch führt zum Wahnsinn, weil das panische Entsetzen vor einer völligen Isolation nur dadurch zu überwinden ist, dass man sich so völlig von der Außenwelt zurückzieht, dass das Gefühl des Abgetrenntseins verschwindet, und zwar weil die Außenwelt, von der man abgetrennt ist, verschwunden ist.

Erich Fromm. Die Kunst des Liebens

 

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Ein Kommentar zu „Tag 281. Abgetrenntsein.

  1. Dieser Text steckt so voller Thesen und Voraussetzungen – von denen ich manche nicht teile; und die man einzeln beleuchten könnte. Wenn man nicht so müde Beine hätte. Weil sich der Text aber um ein hochinteressantes Themenfeld bewegt und ich den Fromm mal sehr begeistert gelesen habe: Sternchen! 🙂

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