Tag 310. Macht.

Die Macht hatte unter einer unbedeutenden, fliehenden Stirne, in welche die legendäre speckige Haarsträhne fiel, den toten, starren, wie erblindeten Blick. Das Antlitz der Macht war grau-weiß, aufgeschwemmt, von einer lockeren, porösen Substanz. Die Macht hatte eine ordinäre Nase – ‚eine gemeine Nase‘, wagte Hendrik, in dessen Bewunderung sich Auflehnung und sogar Hohn mischten, zu denken. Der Schauspieler bemerkte, dass die Macht gar keinen Hinterkopf hatte.

Klaus Mann, Mephisto

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4 Comments

  1. Der Vater war immer zu groß, so groß, dass ich den Sohn nicht wirklich wahrgenommen habe. Ich glaube, dass ich vor Jahrzehnten den Film gesehen habe. Exilliteratur war mir zu der Zeit kein Begriff, jetzt bewundere ich die Hellsichtigkeit mancher Autoren.

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