Tag 360. Brandner_Kaspar

Der Kaspar is a‘ fleißiger braver Mo‘ g’west und lusti‘ und schneidi. G’forcht’n hat er ihm vor gar nix […]

Jetz‘ kimmt da an‘ elendiger Loda ‚rei, zaundürr, daß er grad ‚klappert hat und bloadi und hohlauget, an‘ abscheuliga Kerl.
Der Kasper sagt: »Was geit’s, was willst?«
Na‘ der ander‘: »Kasper, i‘ bi‘ der Boanlkramer und ho‘ Di‘ frag’n woll’n, ob D‘ nit ebba mit mir geh‘ willst?«
»So? der Boanlkramer bist, na‘ Bruader, i‘ mag nit mitgeh‘, g’fallt ma‘ no‘ ganz guat auf der Welt.«
»’Denkt hab‘ i‘ ma’s«, sagt der Boanlkramer, »aber hol’n muaß i‘ Di‘ do‘ amal, was moa’st ebber in‘ Fruajahr?«
»Waar‘ nit aus in‘ Fruajahr, wo der Ho’falz is und der Schnepfastrich und die kloan‘ Vögerln am schönst’n singa, na‘ dees waar‘ ma‘ z’wider.«
»Oder in‘ Summa?«
»Nix Summa, da hon i‘ mit der Rechbirsch Arbet und is aa‘ z’hoaß.«
»Oder in‘ Hirgscht?«
»Ja was fallt Dir denn ei‘, ha‘ narret, soll i‘ d‘ Hirschbrunft hint’lass’n, und die Klopfeter und ’s Oktoberschieß’n, waar‘ nit aus!«
»No‘ also, nacher in‘ Winter?«
»Da mag i‘ aa‘ nit, schau ’s Fuchspass’n und ’s Moderausjag’n is mei‘ extragi Freud‘ und is in‘ Winter aa‘ z’kalt.«
»Ja willst denn Du ewi‘ leb’n? Dees thuat’s nit, Kasper.«
»Boanlkramer, i‘ will Dir ‚was sag’n, mei‘ Vater selig is neunz’g Jahr alt wor’n und so alt will i‘ aa‘ wer’n, na‘ k’ost mi‘ abhol’n. Aber i‘ glaab‘, es is g’scheiter als die Rederei da, wann D‘ mit mir a‘ Glaasl Kersch’ngeist trinkst, i hon an‘ recht an‘ guat’n und Du schaugst ja so elendi‘ aus und sper, daß Dir a‘ Glaasl g’wiß guat thoa‘ werd‘ und a‘ paar Kirternudl hon i‘ aa‘ no‘ dazua.«
Und so geht er an a‘ Wandkast’l hi‘ und holt a‘ Flasch’l raus und a‘ paar Glaasln und die Nudln. ‚N Boanlkramer is ebbas selles no‘ nit passirt und setzt si‘ an‘ Tisch hi‘ und probirt den Kersch’ngeist. Der hat ihm woltern g’schmeckt und a‘ Nudl aa‘ und da trinka die zwoa (der Kasper hat fleißi‘ ei’g’schenkt) und der Boanlkramer is ganz allert wor’n; hat aber do‘ allewei‘ vo‘ die 90 Jahr ebbas abahand’ln woll’n. Da sagt der Kasper: »Woaßt ‚was, mach‘ mar a‘ G’schpielei d’rum, pass‘ auf!« Und geht wieder an dees Kastl, da is a‘ Kart’n g’leg’n und der Grasober just ob’nd’rauf. Den schiebt der Kasper in sein‘ Joppn’irmi und legt na‘ d‘ Kart’n auf’n Tisch.
»Jetz‘ heb‘ Dir a‘ Häuferl aba, Boanlkrama«, sagt er, »dees is des Dei‘ und dees ander‘ is des mei‘. Wann jetz‘ Du in Dein‘ Häuferl ’n Grasober hast, so gehn i‘ mit Dir wann D‘ magst, wann aber i‘ den Grasober in mein‘ Häuferl ho‘, so derfst ma‘ nimmer kemma, bis i‘ 90 Jahr alt bi‘.«
Der Boanlkramer, der scho‘ a bißl an‘ Dampes g’habt hat, hat g’lacht und hebt ihm an‘ woltern Thoal ab und sagt: »Weg’n meiner, es gilt«, denn er hat ihm ‚denkt, weil er die mehrern Kart’n g’habt hat, kunnt leicht der Grasober dabei sei‘. Wier er jetz‘ seini Kart’n nachanander a’schaugt, steckt der Kasper hoamli‘ den Grasober in sei‘ Häuferl ’nei und wie der Boanlkramer mi’n A’schaug’n firti‘ g’west is, broat‘ der ander vor ihm sei‘ Kart’n aus und da geht halt richti‘ aa‘ der Grasober her. »Verdammti G’schicht’«, sagt der Boanlkramer, aber der Kasper lacht und sagt: »Trink‘ no‘ a Glaasl und lass‘ ma‘ den neunz’ger leb’n!«

Franz von Kobell: Die G’schicht‘ von‘ Brandner-Kasper

hier online zu lesen und natürlich empfehle ich bei diesem zitat den film dazu!

 

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4 Kommentare zu „Tag 360. Brandner_Kaspar

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