Tag 427. Gezeter.

 

Candide. Doch gibt’s noch viel Gutes in der Welt.

Martin. Kann sein, bis dato ist mir’s aber noch nicht zu Gesicht gekommen.

In dem Gezeter, das sich hierüber anspann, waren sie noch nicht weit, als sie einige Kanonenschüsse hörten; jeden Augenblick wurden die Schüsse heftiger. Sie nahmen ihre Sehröhren und wurden in einer Entfernung von ungefähr drei Meilen zwei Schiffe gewahr, die aufeinander losfeuerten. Der Wind führte sie alle beide dem französischen Schiffe so nahe, daß man das Treffen ganz gemächlich ansehn konnte. Endlich gab das eine Schiff dem andern so die volle Lage, daß es gleich untersank. Candide und Martin erblickten auf dem Verdeck des untergehenden Schiffs hundert Menschen, die unter erbärmlichem Zetergeschrei die Hände gen Himmel emporhoben, und im Hui war alles verschlungen.

Voltaire: Candide oder die beste aller Welten.

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2 Kommentare zu „Tag 427. Gezeter.

  1. Die Berge, so der dicke Gschwendtner Pfarrer in seiner Spontanpredigt unter der Nordwand des Kreuzlsteins, die Berge stünden ja doch so mächtig und ewig, so glaubensfest und eisenstark wie der Herrgott selbst sie geschaffen uns Menschen zur Erbauung und zum Wohlgefallen immerdar – als just droben am Grat ein tüchtiger Felsturm sich löste und tosend und splitternd die schuttgefüllte Steilrinne herunterdonnerte, die kleine Gesellschaft im Nu mit sich in die Ewigkeit reißend.

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