Tag 472. Weile

„Pa, weißt du, was ich eben gedacht habe“, sagte er, „eben hab ich gedacht, wir hätten uns schon lange verirrt. Und dass wir uns bloß einbilden, dass wir den Strand langgehen, und es gibt gar keinen Strand. Ich glaube, ich fürchte mich ein bisschen …“
Der Vater lachte auf und tätschelte dem Jungen den Kopf. Und plötzlich hatte er wieder Mist in der Hand, diesmal ein großes Stück, so groß wie ein ordentlicher Schneemannskopf.
„Du kennst doch das Sprichwort“, sagte er, während er es dem Sohn übergab, „gut Ding will Weile haben“.
Der Junge nickte zögernd und stopfte das Geschenk in seine Tasche, um die er nun schon die Arme schlingen musste, weil die dünnen Plastikgriffe sich zu dehnen begannen.
„Aber Angst soll man nicht haben“, sagt der Vater, „das auf keinen Fall …“

Wiktor Pelewin, Die Initiation. In: Das Leben der Insekten.

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3 Kommentare zu „Tag 472. Weile

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