Tag 609. vernichten.

[…] alles Aufgeschriebene, lassen wir es längere Zeit liegen und betrachten es immer wieder von vorne, wird uns naturgemäß unerträglich und wir geben keine Ruhe, bis wir es wieder vernichtet haben, dachte ich.

Thomas Bernhard, Der Untergeher

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2 Comments

  1. Ja. Da gibt es eine Begeisterung, die mit dem Entstehungsprozess verbunden ist, eine Begeisterung, die unkritisch ist. Dann kommt die Zeit und der Abstand, der Text wird fremd und damit kritisierbar, ist plötzlich schlecht, zumindest schlechter, nicht so gut, wie zunächst noch gedacht, nicht so gut, wie er sein sollte. Aber wenn er dann noch ruhen darf, vergessen wird, dann wiedergefunden ist, dann kann es sein, manchmal jedenfalls, dass er es wert ist, nochmals gelesen zu werden.

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  2. Ja, manchmal muss ich auch Texte löschen. Aber eher dann, wenn ich denke, dass ich daraus keinen brauchbaren Text (oder Gedicht) mehr machen kann. Darüber vergeht
    meistens einige Zeit und einige Verbesserungsversuche. Finde ich okay. Ich schreibe
    ja weiter und wieder neu. Und denke, dass die Idee schon wieder, auf anderem Wege
    (bzw. Text) wieder kehrt.

    Gefällt 1 Person

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