Tag 866. Aber_glaube.

Ich habe nichts zu befürchten, törichter Aberglaube! Schauen Sie her, ich will das Wort noch einmal hinschreiben: Spiegel. Spiegel. Na? Ist irgendwas passiert? Spiegel, Spiegel, Spiegel. So oft Sie wollen. Ich befürchte nichts. Ein Spiegel. Sich im Spiegel erblicken.
Ich sprach von meiner Frau, als ich darauf kam. Schwierig zu reden, wenn man dauernd unterbrochen wird. Übrigens auch sie war dem Aberglauben verfallen, der Marotte, auf Holz zu klopfen. Hastig und mit einem Ausdruck der Entschlossenheit, die Lippen zusammengepresst, blickte sie sich jedes Mal nach rohem, unlackiertem Holz um, fand nur die Unterseite des Tisches, und berührte sie mit ihren Stummelfingern – kleine Fleischkissen rund um die erdbeerroten Nägel, die, obwohl lackiert, nie ganz sauber waren, die Fingernägel eines Kindes – berührte sie schnell, solange die Erwähnung eines Glücks noch in der Luft hing.
Vladimir Nabokov, Verzweiflung
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