Tag 907. nichtig.

„Ich dagegen denke: Da liege ich neben dem Heuschober, und dieser schmale Fleck den ich einnehme, ist so winzig im Vergleich mit dem übrigen Raum, wo ich nicht bin und wo ich keinen was angehe, und die Spanne Zeit, die ich leben werde, ist so nichtig im Vergleich mit der Ewigkeit, in der ich nicht war, und in der ich nicht sein werde. Und in diesem Atom, in diesem mathematischen Punkt zirkuliert das Blut und das Gehirn will etwas. Wie hässlich, wie unsinnig das alles ist.“

„Erlaube mir zu bemerken, dass das, was du da sagst, auf alle Menschen anwendbar ist.“

„Du hast ganz recht“, fiel ihm Basarov in die Rede, „ich wollte nur sagen, dass diese hier, das heißt meine Eltern, so mit sich beschäftigt sind, dass ihre Nichtigkeit sie gar nicht quält. Sie haben kein Gefühl für sie. Ich aber, ich empfinde nichts als Langeweile und Wut.“

Iwan Turgenjew, Väter und Söhne, übersetzt von Fega Frisch

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