Tag 932. Wunderding.

LYNGSTRAND. Ja, ich denke ziemlich oft über derartige Dinge nach. Meistens über die Ehe. Und dann habe ich ja auch die verschiedensten Bücher darüber gelesen. Ich glaube, eine Ehe muss als eine Art Wunderding angesehen werden. Weil die Frau sich mit der Zeit darin verwandelt und ihrem Mann immer ähnlicher wird.
BOLETTE. Seine Interessen übernimmt, meinen Sie?
LYNGSTRAND. Ja, genau das.
BOLETTE. Und seine Fähigkeiten villeicht auch? Sein Talent und sein Können?
LYNGSTRAND. Hm, ja, ich wüsste allzu gern, ob das alles nicht auch …
BOLETTE. Dann glauben Sie vielleicht auch, dass alles, was ein Mann sich angelesen – oder sich gedacht hat, dass das auch auf seine Ehefrau übergehen wird?
LYNGSTRAND. Ja, das auch. Nach und nach. Wie durch ein Wunder. Aber ich weiß wohl, dass so etwas nur in einer Ehe geschehen kann, in der die Partner treu, liebevoll und richtig glücklich sind.
BOLETTE. Ist Ihnen eigentlich nie eingefallen, dass ein Mann ebenfalls in dieser Art von seiner Frau beeinflusst werden kann. Dass er ihr ähnlich wird, meine ich?
LYNGSTRAND. Ein Mann? Nein, auf die Idee bin ich noch nie gekommen.

Henrik Ibsen, Die Frau vom Meer
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