Tag 712. nur.

Herr Dick, an was arbeiten Sie gerade?

An mir. Nur.

Uwe Dick: Sauwaldprosa

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Tag 667. Übergewicht.

Am pürzelsten aber ist der Prozess, den ich der Mehrheit mache (unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn sie liest ohnehin nicht). Die Mehrheit, sag ich, hat nämlich längst, was ihr zukommt. Übergewicht.

Uwe Dick, Sauwaldprosa

 

Tag 646. ablernen.

Denn so langweilig sie daherkommen, die Erwachsenen, man muss ihnen früh die drei vier Gesichter, die fünf sechs Redensarten, die ihnen wichtig sind, ablernen. Dann hat mans fürs erste geschafft, dann geben sie sich zufrieden und stören nicht gar so oft die zweite, die andere, freiere Welt, die man sich in den Kopf zu setzen hat, will man durchkommen.

Uwe Dick, Sauwaldprosa

Tag 617. Melancholeriker.

[…] was ich bis auf den Tag bin, ein geborener Melancholeriker, fähig, innerhalb einer Minute vom ausgelassenen Gejachter in ein welt- und ich-verlorenes Sinnen zu verfallen […].

Uwe Dick, Sauwaldprosa

Tag 582. ichlos.

Kritischer Irgendwer, wiewohl du aus mir sprichst, ist Dir mein Heute fremd! Nimm Theriak – und dann komm nörgelnd wieder, Du triffst mich nicht. Denn ich beharre nicht auf meinem Ich. Bin, was ich sehe. So genüg ich mir. Wenn ich ins Schauen mich verlier und ichlos Wolke bin und Baum im Wind, nichts als das Schlagen meines Herzens in der Stille, blühend von Ferne, das Auge in der Geißblattlaube, Glückseligkeit des Pfirsichs und der Traube, was soll mir da ein Name unter Toten?! … ein schöner Zug in Buch- und Gräberreihen?

Aber du schreibst…

Uwe Dick, Sauwaldprosa