Tag 210. vertun.

Bierbichler: Machst du auch mal eine Pause zwischendurch?
Schlingensief: Ja, ich setze mich zum Entspannen vor einen Film, aber ich gucke natürlich nur einen Film, den ich mag. Also wo ich latent spüre, das ist was.
Bierbichler: Damit du keine Zeit verlierst.
Schlingensief: Dabei entspanne ich mich aber.
Bierbichler: Jaja, schon klar. Aber du verlierst in dem Sinne keine Zeit wie ich, wenn ich TV sehe – die richtig furchtbaren Sachen, um sich zu delektieren an dem Erstaunen, dass es so etwas überhaupt gibt. Das ist eigentlich verlorene Zeit, trotzdem findet der Entspannungsprozess statt. Ich würde es als verlorene Zeit oder als Phase der bewussten Faulheit bezeichnen.

Engagement und Skandal, Bierbichler und Schlingensief im Gespräch

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Tag 200. Garten.

Meine größte Kränkung besteht darin, dass ich in keinem Garten lebe; in keiner Gegend; mit einem Wort, auf keinem Ort, wo ich aus der Tür‘ ins Grüne trete: aus dem Fenster dahin sehe. Es liegt nicht in meinem Schicksal, mir das zu schaffen, was mir das Wichtigste ist; nur das liegt drin, dass ich das bin, was mir das Wichtigste ist.

Rahel Varnhagen an Karl Gustav v. Brinckmann, 24.4.1824

Tag 22. Schwere.

It is hard, hard going, and it ist cold sometimes on the hands and I do get up very early and all the effort is ultimately going into trying to make something, that is effortless. There are moments, when it is extraordinarly beautiful, when a piece of work … – happens. That is – than these are moments, I just live for.

Andy Goldsworthy, Im Interview, Film: Rivers and Tides (Thomas Riedelsheimer)