Tag 625. unerforscht.

Hätten wir also weniger Sinnesorgane, wüssten wir von weniger bewundernswerten und einzigartigen Dingen, doch wenn wir mehr hätten, entdeckten wir um uns herum eine Unzahl anderer Dinge, die wir niemals erahnen können, weil wir sie uns nicht vorzustellen vermögen.
Folglich täuschen wir uns, wenn wir beurteilen, was wir kennen, und sind von dem unerforschten Ungekannten umgeben.
Und folglich ist alles ungewiss und auf vielfältigste Weise zu beurteilen.
Alles ist falsch, alles ist möglich, alles ist zweifelhaft.

Maupassant, Guy de Brief eines Wahnsinnigen

Tag 257. Miene.

„Aber glauben Sie denn an gar nichts?“, rief der Doktor, der allmählich in Zorn geriet.
„Ich glaube an die Verdauung“, erwiderte der Rektor mit ernster Miene.

Guy de Maupassant, Dr. Gloss und die Seelenwanderung

Tag 248. Nacht.

Der Tag ermüdet mich und verdrießt mich. Er ist brutal und lärmerfüllt. Ich stehe widerwillig auf, ich lege überdrüssig meine Kleidung an, ich gehe unwillig aus dem Haus, und jeder Schritt, jede Bewegung, jede Geste, jedes Wort, jeder Gedanke ermüdet mich, als müsste ich ein erdrückend schweres Gewicht heben.

Guy de Maupassant, Die Nacht. Alptraum